Münchner Merkur vom 20. Januar 2010

Muenchner Merkur 2010_01_20 Scan, Johannes Buxbaum neuer Chorleiter beim IMC

Sächsische Zeitung vom Montag, 30. Juli 2007

 

SZ,  Wolfratshauser Nachrichten vom 10. August  2007


 

 Aus: SZ;  Montag, 18. Dezember 2006

Jubiläumskonzert in der Geretsrieder Maria-Hilf-Kirche

Klingende Erfolgsbilanz zum 20-jährigen Bestehen

Unter der Leitung von Christian Preißler beweist der Isura-Madrigal-Chor hohe Stimmkraft, Gewandtheit und  Sensibilität 

Geretsried • Es hat sich sehr viel getan im Geretsrieder Isura-Madrigal-Chor, seit Christian Preißler vor drei Jahren das Ruder übernahm. Auf der 17-jährigen Arbeit des Gründers Günter Löffler aufbauend, konnte Preißler zum 20. Gründungsjubiläum einen Chor präsentieren, der die kniffligste Literatur zu bewältigen imstande ist, aber auch mit einem Kinderchor seinen Fortbestand längerfristig gesichert sieht.
Mit etwa 35 Sängerinnen und Sängern verfügt der Isura-Madrigal Chor über ein ausreichendes Material, durchaus große Werke zu bewältigen, ist aber klein genug, dass Preißler seine stimmbildnerischen Fähigkeiten jedem einzelnen angedeihen lassen kann. So formte sich allmählich ein Ensemblekörper von höchster Klangkultur und Homogenität, zudem gesangstechnisch gewandt, farbenreich und dynamisch.
Viele kaum bekannte Komponisten fanden sich auf dem Jubiläumsprogramm in der Geretsrieder Kirche Maria-Hilf. Der gebildete Kirchenmusiker Giuseppe Ottavio Pitoni (1657 bis 1743), der fortschrittliche Benediktinermönch Adriano Banchieri (1568 bis 1634), der Schüler von Orlando di Lasso Johann Eccard (1553 bis 1611), der reizbare 

böhmische Organist Andreas Hammerschmidt (1611 bis 1675) oder dessen Vorbild Heinrich Schütz (1585-bis 1672) schenkten ihrer ausgedehnten Epoche eine eindrucksvolle Charakteristik in Sachen Vox humana. Die wogend-fließende Poesie ihrer Werke strotzt nur so vor Gestaltungsreichtum zwischen hymnischer Feierlichkeit, tänzerischer Rhythmik, liedhafter Schlichtheit und nahezu symphonischer Tektonik.
Stets erfasste der Isura-Madrigal-Chor die besondere Atmosphäre des Werkes, aber auch den eng am Text angelehnten Zugriff. Dabei mit einer klaren Artikulation, die gerade in den modernen Werken die Klarheit und Transparenz mitbestimmte. Das chromatisch gefärbte, klangmalerische „Ave Maria" von Sergej Rachmaninoff, die strahlende Vision in großen Bildern „0 Magnum Mysterium" von Morten Lauridsen (geboren 1943) und schließlich die doppelchörige Schönmalerei „Ave Maria" von Franz Biebl (1906bis 2001) stellten denn auch Höhepunkte von besonderem Reiz dar, die den Choristen nicht nur eine enorme stimmliche Gewandtheit, sondern auch ein gekonnt sensibilisiertes Gehör bescheinigten. Eine ebenso seltene  Zäsur im  Programm   setzte ein Cello-Quartett mit „Le Phenix" von Michel

Corrette (1707 bis 1795), der sich in ungewöhnlichen Genres tummelte. Regina Wilke, Claudia und Michael Weiss sowie Miriam Pfeiffer entwickelten in den packenden drei Sätzen einen satten Klangkörper, dem der Chor anschließend mit Bachs Chorälen entsprach: plastisch, nah am Text und subtil differenziert - ohne die allzu oft gesteigerte Poesie heraufzubeschwören. Ein puristischer Zugriff, der seine Wirkung nicht verfehlte, aber auch die anschließenden Weihnachtslieder trotz Sparsamkeit in der Romantik doch überaus stimmungsvoll erscheinen ließ. Darunter auch eine Uraufführung mit dem Chorsatz „Away in a manger" von Roland Assion (geboren 1965) aus eigenen Reihen. Das strahlend-sympho-isch ausgebreitete „Himmel und Erde von Jubel erklingen" aus der Ukraine beschloss nahezu triumphal das Jubiläumsprogramm. Lang anhaltender Applaus und zwei Zugaben; ein Spiritual und ein polnisches Weihnachtslied.
REINHARD PALMER